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Abkassieren statt Sparen: Stadt will den Bürgern noch tiefer in die Tasche greifen

Nach ein paar Tagen Lek­türe ist für mich klar, dass der Entwurf des Dop­pel­haushaltes für die Jahre 2021–22 — abge­se­hen von aller <a href=“https://silke-schoeps.de/2020/10/04/erste-eindruecke-vom-haushaltsentwurf-2021–22/”>Planungsunsicherheit</a> — vor allem jet­zt in der Coro­na-Krise finanzpoli­tisch der falsche Ansatz ist: <ul> <li><strong>Dem Haushalt­sen­twurf fehlt es an Mut, in der Krise die richti­gen Pri­or­itäten zu set­zen und auf Über­sub­ven­tion­ierung und Luxu­s­pro­jek­te zu verzichten.</strong> Wenn das Geld alle ist, muss man zuerst auf die Dinge verzicht­en, die die über­große Mehrheit der Steuerzahler nicht will. Stattdessen schreckt die Stadt nicht davor zurück, dem Bürg­er durch z.T. mas­sive Gebühren­er­höhun­gen selb­st in der größten Wirtschaft­skrise seit dem Zweit­en Weltkrieg noch tiefer in die Tasche zu greifen.</li> <li>Vor allem die Erhöhung der Kita-Eltern­beiträ­gen und die Ein­führung von Wucher­preisen fürs Parken sind das falsche Sig­nal zu falschen Zeit. Dres­den braucht eine echte Willkom­men­skul­tur für seine eige­nen Kinder. Wir müssen mit allen Mit­teln Kaufkraft nach Dres­den zu holen und hier binden, um Han­del, Gas­tronomie und Gewerbe das Über­leben zu ermöglichen. Statt immer weniger Park­möglichkeit­en zu immer höheren Preisen anzu­bi­eten, muss kün­ftig in Dres­den ein inner­städtis­che wie innen­stadt­na­h­es Parken zu fairen, sozial verträglichen Preisen möglich sein. Dres­den ist außer­dem eines der beliebtesten Reiseziele für Touris­ten in Deutsch­land. Auch deshalb kön­nen wir eine Verö­dung der Innen­stadt nicht zulassen.</li> <li>Mit einem bil­li­gen Taschen­spiel­er­trick — der Aus­lagerung der Mil­lio­nen-Kred­i­tauf­nahme für den Neubau des Ver­wal­tungszen­trums am Fer­di­nand­platz aus dem Kern­haushalt zur Ste­sad — soll das Ver­schul­dungsver­bot auf dem Papi­er gehal­ten wer­den. Gle­ichzeit­ig wird aber dem Stad­trat als Kon­troll­gremi­um der Ver­wal­tung damit jede Möglichkeit der Kon­trolle und Steuerung ent­zo­gen. Sollte sich die Ste­sad bei diesem Pro­jekt übernehmen, was nicht auszuschließen ist, bleibt die Stadt am Ende auf den Schulden sitzen.</li> </ul> Die AfD-Frak­tion sieht erhe­blichen Änderungs­be­darf am Haushalt­sen­twurf und wird sich mit alter­na­tiv­en Vorschläg in die Haushalts­de­bat­te ein­brin­gen. Entsprechende Vorschläge sind intern bere­its in der Diskus­sion — aus­disku­tiert wird das auf unser­er Klausurta­gung am kom­menden Woch­enende. Es wird auch eine gemein­same Arbeits­gruppe mit den Stadt­bezirks­beiräten und Ortschaft­sräten geben.