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Asyl-Container-Dorf in Sporbitz wird eröffnet

Heute hat­te ich beim “Tag der offe­nen Tür” im Asyl-Con­tain­er-Dorf in Dres­den-Sporb­itz die Möglichkeit, mir ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Auf dem Grund­stück der ehe­ma­li­gen, jet­zt leer­ste­hen­den Dorf­schule ste­hen bezugs­fer­tige Wohn­con­tain­er für 52 Asyl­be­wer­ber. Schlafräume mit jew­eils zwei Dop­pel­stock­bet­ten, dazu für alle eine Gemein­schaft­sküche, Speis­er­aum, Toi­let­ten, Duschen, Raum für Waschmaschi­nen — in ein­fach­ster Ausstat­tung und Campin­gat­mo­sphäre. Alles wirkt hastig aufge­baut, das Gelände frisch gerodet, Absper­run­gen mit Flat­ter­band.

Am kom­menden Mon­tag sollen die ersten Asyl­be­wer­ber einziehen. Es han­delt sich auss­chließlich um Män­ner, vor­wiegend aus Syrien, die derzeit in anderen Unterkün­ften unterge­bracht sind, die geräumt wer­den müssen. Dann wer­den die Con­tain­er vor­erst etwa zur Hälfte aus­ge­lastet sein.

Der Stan­dort befind­et sich mit­ten in einem der dör­flichen Randge­bi­ete von Dres­den, die ihren ursprünglichen ländlichen Charak­ter noch weit­ge­hend bewahrt haben. Hier schien die Welt in Ord­nung. Bis es Bun­desregierung, Lan­desregierung und Ober­bürg­er­meis­ter anders entsch­ieden haben. Über die Köpfe der Men­schen vor Ort hin­weg. Nicht mal die im Vor­feld vielfach einge­forderte Ein­wohn­erver­samm­lung wollte man zugeste­hen.

Wir haben uns heute noch ein­mal mit dieser Forderung an die Öffentlichkeit gewandt und kamen mit zahlre­ichen Anwohn­ern und Inter­essen­ten ins Gespräch. Das Echo war ein­hel­lig: Der Stan­dort wird abgelehnt und der Umgang der Ver­wal­tung mit den Bürg­ern scharf kri­tisiert. Sporb­itz will kein Asyl-Con­tain­er-Dorf.