Keine Erhöhung der Elternbeiträge für den Dresdner Kreuzchor
<em>Nachstehend mein Redemanuskript der Rede zum Tagesordnungspunkt 15 - Elternbeiträge im Dresdner Kreuzchor (V0346/20) im Stadtrat am 16. Juli 2020 (<a href=“https://”>Video wird nachgereicht</a>):</em> Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, Meine Damen und Herren, Die Vorlage der Verwaltung sieht eine Erhöhung der Elternbeiträge für Verpflegung und Betreuung sowie den künstlerischen Einzelunterricht im Dresdner Kreuzchor vor. Seit dem Schuljahr 2013/14 ist hier keine Anpassung an die Preisentwicklung mehr erfolgt. Grundsätzlich ist eine Beteiligung der Eltern an den Kosten der Verpflegung und Betreuung, am Instrumentalunterricht und an der Stimmbildung natürlich gerechtfertigt. Das stellen wir auch gar nicht in Frage. Aber wir erleben gerade eine besondere Situation. Die Folgen der staatlich verordneten Quarantäne für die Wirtschaft und das öffentliche Leben als Reaktion auf das Corona-Virus treiben vielen unserer Bürger die Sorgenfalten auf die Stirn. Sie fragen sich: „Wie geht es mit mir und meiner Familie wirtschaftlich und finanziell weiter?“ Zwar ist eine Befreiung von Zahlungen für die Verpflegung und Betreuung der jungen Sänger grundsätzlich bei Bedürftigkeit möglich, aber nur für Familien, die Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter, bei Erwerbsminderung oder als Arbeitssuchende erhalten. Bezieher von Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld nach SGB III erhalten dagegen keine Befreiung. Auch die nicht, die zwar aus der Anspruchsberechtigung herausfallen, aber trotzdem wahrlich nicht im Geld schwimmen. Auf Leistungsbezieher hat die Erhöhung also keine Auswirkungen, auf Familien mit kleinem oder mittlerem Einkommen schlägt die Erhöhung der Entgelte aber voll durch. Dies empfinden wir als äußerst unsozial in der aktuellen Krise. Dazu ein paar Zahlen: „Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im April wurde für 6,83 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 2,49 Millionen im März. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag damit weit über den Werten zur Zeit der Großen Rezession 2008/2009. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosenzahl um 637.000 erhöht, im Vergleich zum Juni des vorigen Jahres ein Plus von 1,3 Prozentpunkten.“ [So die Presseinfo Nr. 34 der Bundesagentur für Arbeit vom 1. Juli 2020] Wir befassen uns als Politiker ja inzwischen jeden Tag damit: Kreditvergaben für in wirtschaftliche Not geratene Unternehmen, Corona-bedingte Soforthilfen von Bund, Ländern und einzelnen Gemeinden – wir hatten ja in Dresden auch ein Programm aufgelegt… Das alles zeigt die die Dramatik der aktuellen Situation. Wie dunkel die Wolken sein werden, die in den nächsten Wochen und Monaten noch über den Horizont ziehen, können wir nur vage erahnen: Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für durch die Corona-Epidemie geschädigte Unternehmen läuft noch bis zum 30.09.2020, eine Verlängerung der Aussetzung bis max. 31.03.2021 ist wohl geplant. Kommt die erste große Insolvenzwelle in Deutschland schon im Herbst? Schon diese wenigen Fakten zeigen: die wirtschaftliche und finanzielle Situation vieler Familien ist angespannt. Es zeigt sich immer wieder, dass die AfD hier in Mitteldeutschland mittlerweile die einzig ernsthafte Interessenvertretung der “kleinen Leute” ist. Wir nehmen diese Verantwortung ernst und wollen daher dem Volk jetzt nicht auch noch tiefer in die Tasche greifen. – Schon gar nicht unseren Familien für Bildungsangebote auf höchstem Niveau. Die jungen Künstler des Kreuzchores leisten harte Arbeit und bringen großartige künstlerische Leistungen hervor. Das ist nichts anderes als musikalischer Hochleistungssport! Durch Corona zudem unter verschärften Bedingungen. Eine Erhöhung der Entgelte gerade jetzt wäre aus unserer Sicht – wie gesagt – das falsche Signal. Wir fordern deshalb für die nächsten zwei Jahre auf alle Erhöhungen von Steuern, Gebühren, Beiträgen oder Abgaben – wo dies gesetzlich möglich ist – durch die Landeshauptstadt Dresden zu verzichten. Das sind wir den Dresdnern schuldig – und sprechen das unter Verwendung des generischen Maskulinums auch ohne idiotisches Sternchen mitten im Wort und ohne sprachpolizeiliche Allüren aus. Angesichts der frisch gedruckten Billionen Euro, die derzeit vom Staat verteilt werden, ist das zwar nur ein ganz kleines Rettungsschirmchen. Es ist aber dennoch ein deutliches Zeichen, dass wir als Stadträte – trotz unserer steuerfinanzierten Aufwandsentschädigung – verstanden haben, wie ernst die Lage für den Einzelnen möglicherweise geworden ist. <span data-contrast=“auto”><i>Das viele von denen, die ständig Solidarität einfordern, plötzlich verstummen, wenn nicht mehr nur das Geld anderer zu verteilen ist, sondern es an den eigenen Geldbeutel geht, sehen wie ja immer wieder</i></span><span data-contrast=“auto”><i>. Stichwort: Kürzung der Stadtratsentschädigung.Oder denken schämen Sie sich nicht für die 5,2 Millionen mehr Geld für die Landtagsfraktionen? Davon hätte man z.B. locker die Weiße Flotte retten können. Nur die AfD hat hier wieder einmal gegen den rot-rot-grün-schwarzen Selbstbedienungsladen gestimmt. </i></span>


