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Rot-rot-grünes Planungschaos: Schulnetzplan ist nicht genehmigungsfähig

Wie die DNN berichtet, kon­nte die Stadt beim Kul­tus­min­is­teri­um bis­lang keine Pla­nung vor­legen, die die Anforderung des Säch­sis­chen Schulge­set­zes erfüllt. Der Dres­d­ner Schul­net­z­plan somit nicht genehmi­gungs­fähig.

Dabei platzen die Schulen schon seit Jahren aus allen Näht­en. Dres­den wächst und es gibt durch Zuzüge und Geburten immer mehr Kindern und Jugendliche im schulpflichti­gen Alter. Die Sit­u­a­tion wird nicht zulet­zt durch den Massen­zus­trom von Flüchtlin­gen und Asyl­be­wer­bern seit 2015 mas­siv ver­schärft. Auch deren Kinder benöti­gen immer mehr Schulka­paz­itäten in unser­er Stadt. Eine fach­lich saubere und für die einzel­nen Stadt­teile bedarfs­deck­ende Schul­net­z­pla­nung wäre also die Grund­lage, um diese Her­aus­forderun­gen bewälti­gen zu kön­nen.

Bere­its im August 2017 hat­te die Stadtver­wal­tung dem Stad­trat einen Entwurf zur Schul­net­z­pla­nung vorgelegt. Dieser wurde mit umfan­gre­ichen Änderun­gen durch eine rot-rot-grüne Stad­tratsmehrheit im Jan­u­ar 2018 beschlossen. Bere­its damals wur­den von der Stadtver­wal­tung Bedenken gegen die Änderun­gen vor­ge­tra­gen: So hat Rot-Rot-Grün die von der Ver­wal­tung beab­sichtigte Erweiterung bzw. Neu­grün­dung von Gym­nasien in Blase­witz, an der Pfoten­hauer Straße und an der Freiberg­er Straße abgelehnt, obwohl die zusät­zlichen Kapaz­itäten dort drin­gend gebraucht wer­den. Statt dessen wurde die schon lange aus ide­ol­o­gis­chen Grün­den favorisierte Neu­grün­dung eines fün­fzügi­gen Gym­na­si­ums in Gor­b­itz beschlossen. In der Alt­stadt wurde die Schaf­fung zusät­zlich­er Grund­schulplätzen durch einen kostengün­sti­gen Gebäude­tausch zweier beste­hen­der Schulen ver­hin­dert. Eine Antwort auf die Frage, wo die fehlen­den Plätze denn herkom­men sollen, liefer­ten die „Bil­dung­sex­per­tin­nen“ mit ihren Beschlüssen nicht. Amtliche Prog­nosen wur­den in den Wind geschla­gen. Stattdessen feiert man lieber die Grün­dung der „Unis­chule“, ein bil­dungspoli­tis­ches Exper­i­ment mit päd­a­gogisch frag­würdi­gem Konzept.

Bere­its im März 2018 hat­te das Kul­tus­min­is­teri­um die Stadt zu ein­er Konkretisierung ihrer Pla­nung aufge­fordert. Der zu Genehmi­gung vorgelegte Schul­net­z­plan enthielt näm­lich zu einem guten Teil statt konkreter Maß­nah­men nur Prü­faufträge des Stad­trates an die Ver­wal­tung. Die Stadtver­wal­tung hat mit­tler­weile teil­weise nachgebessert. Das Min­is­teri­um geht aber davon aus, dass es noch bis Mitte diesen Jahres dauert, bis zumin­d­est ein Beschei­den­twurf vorgelegt wer­den könne. Bis dahin müsse die Ver­wal­tung weit­er an der Pla­nung arbeit­en. Wertvolle Zeit, die ver­loren geht. Rot-Rot-Grün darf nicht länger Schule machen – und zwar im dop­pel­ten Sinne.

Quellen: Dres­d­ner Schul­net­z­plan nicht genehmi­gungs­fähig (DNN), http://www.dresden.de/schulnetzplan