Anfragen

Wann kommen die Diensthunde?

Auf meine Anfrage (AF1566/26) hat die Stadtver­wal­tung Dres­den Auskun­ft zum aktuellen Stand des Dien­sthun­dewe­sens beim Gemeindlichen Vol­lzugs­di­enst (GVD) gegeben. Das Ergeb­nis zeigt: Trotz grund­sät­zlich­er Zus­tim­mung zur Wiedere­in­führung gibt es wed­er einen Zeit­plan noch die notwendi­gen Voraus­set­zun­gen.

Der GVD selb­st hält an der Idee fest, wieder mit Dien­sthun­den zu arbeit­en – auf­grund pos­i­tiv­er Erfahrun­gen in der Ver­gan­gen­heit und angesichts wach­sender Her­aus­forderun­gen im Ein­satza­ll­t­ag. Eine konkrete Zeitsch­iene für die Reak­tivierung gibt es laut Ver­wal­tung jedoch nicht. Als Hin­dernisse wer­den genan­nt: fehlende räum­liche und organ­isatorische Voraus­set­zun­gen am tem­porären Stan­dort Lingn­er­allee 3 sowie kurz- bis mit­tel­fristig fehlende Finanzmit­tel. Zudem wur­den bere­its bere­it­gestellte Haushaltsmit­tel zwis­chen­zeitlich für andere sicher­heit­srel­e­vante Ausstat­tung der GVD-Bedi­en­steten ver­wen­det. Auch bei der Per­son­al­gewin­nung gibt es Hür­den: Dien­sthun­de­führer müssen aus den eige­nen Rei­hen der Beson­deren Ein­satz­gruppe (BEG) gewon­nen wer­den, aktuell liegt jedoch keine Inter­essens­bekun­dung vor.

Der Gemeindliche Vol­lzugs­di­enst sollte wieder mit Dien­sthun­den aus­ges­tat­tet wer­den. Dafür sprechen mehrere Gründe:

  1. Erhöhte Eigen­sicherung der Bedi­en­steten: Dien­sthunde bieten Ein­satzkräften im Außen­di­enst einen wirk­samen Schutz bei Kon­fronta­tio­nen und tra­gen dazu bei, gefährliche Sit­u­a­tio­nen bere­its im Vor­feld zu entschär­fen. Die Stadt selb­st ver­weist auf “pos­i­tive Erfahrun­gen der Ver­gan­gen­heit” – ein Hin­weis darauf, dass sich der Ein­satz in der Prax­is bewährt hat.
  2. Deeskalierende und präven­tive Wirkung: Die bloße Präsenz eines geschul­ten Dien­sthun­des kann deeskalierend wirken und Kon­flik­te entschär­fen, bevor sie eskalieren – ein Vorteil sowohl für Ein­satzkräfte als auch für Bürg­erin­nen und Bürg­er.
  3. Wach­sende Her­aus­forderun­gen im Ein­satza­ll­t­ag: Die Ver­wal­tung selb­st benen­nt “aktuelle und steigende Her­aus­forderun­gen bei der Auf­gaben­er­fül­lung” des GVD. Genau in diesem Umfeld kön­nen gut aus­ge­bildete Dien­sthunde eine sin­nvolle Unter­stützung bieten, etwa bei der Absicherung von Kon­trollen oder in schwieri­gen Ein­sat­zla­gen.
  4. Viel­seit­ige Ein­satzmöglichkeit­en: Dien­sthunde kön­nen je nach Aus­bil­dung nicht nur zum Schutz der Ein­satzkräfte, son­dern auch zur Unter­stützung bei ver­schiede­nen ord­nungs­be­hördlichen Auf­gaben einge­set­zt wer­den und erweit­ern damit die Hand­lungs­fähigkeit des GVD.
  5. Investi­tion mit langfristigem Nutzen: Zwar sind die Kosten nicht uner­he­blich – Anschaf­fung (3.500–4.500 €), Aus­rüs­tung (ca. 3.500 €), laufend­er Unter­halt (ca. 3.600 €/Jahr) sowie Aus­bil­dung (ca. 70.000 € im ersten Jahr, danach ca. 35.000 €/Jahr) – doch ste­hen dem mögliche Einsparun­gen durch reduzierte Aus­fal­lzeit­en, weniger gefährliche Ein­satzsi­t­u­a­tio­nen und eine höhere Hand­lungssicher­heit der Bedi­en­steten gegenüber.

Wir fordern die Stadtver­wal­tung auf, die notwendi­gen räum­lichen, organ­isatorischen und finanziellen Voraus­set­zun­gen zu schaf­fen, um das Dien­sthun­dewe­sen beim GVD zeit­nah und mit einem verbindlichen Zeit­plan zu reak­tivieren. Angesichts der von der Ver­wal­tung selb­st beschriebe­nen pos­i­tiv­en Erfahrun­gen und der wach­senden Anforderun­gen an den Vol­lzugs­di­enst sollte die Wiedere­in­führung von Dien­sthun­den nicht länger aufgeschoben wer­den.