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Gedenken zum 17. Juni: Wo ist die “Panzerkette”?

Der Volk­sauf­s­tand vom 17. Juni 1953 zählt zu den bedeu­tend­sten Ereignis­sen in der Geschichte unser­er Stadt und der deutschen Nachkriegs­geschichte ins­ge­samt. An diesem Tag erhoben sich Arbeit­er, Bürg­er und zahlre­iche weit­ere Men­schen in der gesamten DDR gegen die kom­mu­nis­tis­che Dik­tatur, gegen Unfrei­heit, wirtschaftliche Not und poli­tis­che Willkür. Der Auf­s­tand wurde blutig niedergeschla­gen, viele Men­schen bezahlten ihren Mut mit dem Leben, mit Haft oder mit dauer­hafter beru­flich­er und gesellschaftlich­er Aus­gren­zung. Auch in Dres­den gab es an diesem Tag Proteste, die von den Machthabern mit aller Härte unter­drückt wur­den.

Für die AfD-Frak­tion im Dres­d­ner Stad­trat ist das Wach­hal­ten der Erin­nerung an diesen Tag und an die Opfer des DDR-Regimes ein zen­trales Anliegen. Die Auseinan­der­set­zung mit den bei­den deutschen Dik­taturen des 20. Jahrhun­derts gehört untrennbar zu unser­er Geschicht­skul­tur, und ger­ade der 17. Juni erin­nert daran, dass Frei­heit und Demokratie keine Selb­stver­ständlichkeit sind, son­dern erkämpft und vertei­digt wer­den müssen. Aus diesem Grund fan­den sich heute Mor­gen mehrere Stadträte der AfD-Frak­tion am Post­platz ein, um an der dor­ti­gen Gedenkstätte im stillen Gedenken einen Kranz niederzule­gen und der Opfer des Auf­s­tands zu gedenken.

Vor Ort zeigte sich jedoch ein Bild, das aus Sicht der Frak­tion nicht hin­nehm­bar ist: Aus­gerech­net an diesem bedeu­tungsvollen Jahrestag war die Gedenkstätte durch eine Wer­be­wand ver­stellt und damit dem öffentlichen Blick weit­ge­hend ent­zo­gen. Ein solch­er Umgang mit einem Ort des Erin­nerns wird als höchst unsen­si­bel und als unangemessen­er Umgang mit der Geschichte Dres­dens bew­ertet. Gedenkstät­ten sollen sicht­bar bleiben und zur Auseinan­der­set­zung mit der Ver­gan­gen­heit ein­laden – sie dür­fen nicht durch kom­merzielle Zwecke aus dem Stadt­bild ver­drängt oder ver­stellt wer­den, zumal an einem Tag, der expliz­it dem Gedenken gewid­met ist.

Um die Hin­ter­gründe dieses Vor­falls aufzuk­lären, hat die AfD-Frak­tion bere­its eine entsprechende Anfrage an die Stadtver­wal­tung gestellt. Ziel ist es zu klären, wie es zu dieser Ver­stel­lung der Gedenkstätte kom­men kon­nte, wer dafür ver­ant­wortlich ist und welche Maß­nah­men kün­ftig sich­er­stellen sollen, dass ein solch­er Vor­fall nicht wieder geschieht. Die Frak­tion sieht es als Verpflich­tung der Stadt an, his­torisch bedeut­same Orte des Erin­nerns dauer­haft würdig und zugänglich zu erhal­ten.