Reden,  Stadtrat

Rede zur Unterstützung der Weihnachtsmärkte im Stadtrat vom 10.11.2020

<i>Hier meine Rede­manuskript für die gestrige Stad­tratsson­der­sitzung. Auf­grund der Entwick­lung der Debat­te bin ich dann teil­weise etwas abgewichen. An der Grun­daus­sage ändert das aber nichts. <a href=“https://youtu.be/vVKb_4QYjhc” target=“_blank” rel=“noopener”>Hier gibt’s das Video mein­er Rede. </a></i> <i>Und nochmals: Nein, ich muss mich für meine Mei­n­ung wed­er anschreien noch per­sön­lich beschimpfen lassen, wie im Plenum geschehen. </i> <i>Dass die SPD ein Ver­bot der Wei­h­nachtsmärk­te fordern würde, war mir bere­its vor­ab auf­grund ver­schieden­er Äußerun­gen in der Presse klar. Das Titel­bild zeigt den Stri­et­zel­markt 2019.</i> Sehr geehrter Herr Ober­bürg­er­meis­ter, meine Damen und Her­ren, in weni­gen Wochen ist schon Wei­h­nacht­en. Viele Kinder haben sich­er schon Wun­schzettel fer­tig geschrieben. Wenn ich so einen Wun­schzettel für Dres­den schreiben würde, hätte ich — neben vie­len anderen Din­gen — den Wun­sch, dass der Stri­et­zel­markt und die anderen Wei­h­nachtsmärk­te auch in diesem Jahr stat­tfind­en kön­nen. Ob nun auf dem Neu­markt, der Haupt­straße, der Prager Straße oder auf dem Körn­er­platz. Vor­wei­h­nachtlich­es Mark­t­treiben ist in Dres­den mit­tler­weile mehr als „nur“ der Stri­et­zel­markt. Wir sind Stadträte müssen uns deshalb nicht wie die Kinder aufs Wün­schen beschränken, um dann zu hof­fen, dass das Christkind oder der Wei­h­nachts­mann unsere Wün­sche erfüllt. Wir kön­nen konkret etwas tun! Deshalb sind von ver­schiede­nen Frak­tio­nen Anträge einge­bracht wor­den. Von uns ist auch noch ein­er im Geschäfts­gang. Hier geht es heute um die Unter­stützung von allen Märk­ten, die die Stadt Dres­den mit­tels Ver­gabe von Konzes­sio­nen betreiben lässt. 400.000 Euro sind uns das wert. Durch die sehr aufwändi­gen Hygien­ekonzepte entste­hen Kosten und Min­dere­in­nah­men, die für die Konzes­sion­snehmer und Händler nur sehr schw­er darstell­bar sind. Damit soll ver­hin­dern wer­den, dass Märk­te wenig­stens nicht an den Kosten scheit­ern — auch wenn die Ver­längerung und/oder Ver­schär­fung des Lock­down weit­er­hin wie ein Damok­less­chw­ert über ihnen schwebt. Vernün­ftige Anträge unter­stützen wir und deshalb auch diesen inter­frak­tionellen Antrag von CDU und FDP. Andere Teile dieses Stad­trates haben die Wei­h­nachtsmärk­te in Dres­den längst abgeschrieben. Wenn man unbe­d­ingt die 5‑Prozent-Hürde nach unten reißen will, muss man das wohl so machen. Die AfD wird weit­er für die Wei­h­nachtsmärk­te kämpfen. Unsere Stadt braucht in schwieri­gen Zeit­en ein Stück Nor­mal­ität durch Wahrung unser­er Tra­di­tio­nen, an denen sich unsere Bürg­er erfreuen kön­nen. Selb­st 1945, als unsere Stadt in Trüm­mern lag, hat es sowas wie einen Wei­h­nachts­markt gegeben. Ich wollte heute hier eigentlich keine Coro­na-Debat­te auf­machen, aber der Kol­lege von der SPD hat es bere­its getan: Es leugnet nie­mand von uns diese Krankheit, aber wir kri­tisieren den Umgang damit und vor allem die unsägliche Bevor­mundung der Bürg­er. Wir brauchen Eigen­ver­ant­wor­tung und keine Polit-Nan­nys, die die Bürg­er wie Kleinkinder behan­deln. Wenn den Bürg­ern prak­tisch alles aus Arbeit und Schule ver­boten und genom­men wird (ein­schließlich ele­men­tarster Grun­drechte) — muss sich nie­mand wun­dern, dass sich die Coro­na-Müdigkeit immer mehr aus­bre­it­et und der Wider­stand weit­er wächst. Ich war am Sonnabend in <a href=“https://silke-schoeps.de/2020/11/09/querdenken-demo-in-leipzig-wie-sich-die-regierenden-ihre-realitaet-zurecht-luegen/”>Leipzig wieder auf der Querdenken-Demo</a>, habe mit vie­len friedlichen Bürg­ern aus ganz Deutsch­land dort gesprochen und kann Ihnen sagen: der Frust ist groß. Sie kön­nen keinem erk­lären, warum er zwar mit der DVB dicht gedrängt im Berufsverkehr zur Arbeit oder Schule fahren soll, aber nicht unter stren­gen Hygien­e­maß­nah­men und mit Abstand einen Wei­h­nachts­markt oder eine Kul­turver­anstal­tung oder ein Restau­rant besuchen darf. Tra­gen wir also wenig­stens dazu bei, dass wir uns in der Adventszeit an unseren Wei­h­nachtsmärk­ten erfreuen kön­nen. Set­zen wir ein Zeichen der Hoff­nung für unsere Stadt!