Pyrrhussieg für die Koalition der Verlierer in Görlitz
Der rumänisch-stämmige Trompeter Octaviano Ursu hat es geschafft und ist in der heutigen Stichwahl zum Oberbürgermeister von Görlitz gewählt worden. Aber, was ist dieser Sieg für den CDU-Mann und seine Unterstützer wert? Spätestens seitdem der AfD-Mitbewerber Sebastian Wippel im ersten Wahlgang mit 36,4 Prozent der Stimmen an allen anderen Kandidaten vorbei zog, eskalierte politische Stimmung nicht nur in Görlitz.
Die sächsische Kleinstadt an der Neiße im äußersten Osten Sachsens war plötzlich in den Mittelpunkt des medialen wie politischen Interesses gerückt. Es galt mit vereinten Kräften und einer breiten Kampagne der “Guten”, einen AfD-Wahlsieg zu verhindern. Das ist nun gelungen, wenn auch knapp. 55,2 Prozent Ursu, 44,8 für Wippel.
Doch dazu mussten sich alle, aber auch wirklich alle etablierten Parteien in Görlitz hinter dem CDU-Kandidaten versammeln und eine “nationale Front” nach bester DDR-Manier aus CDU, SPD, FDP, Grünen und Linken bilden. Es bedurfte der Hilfe der Medien ebenso, wie die von Unternehmern, der Bundespolitik und allerlei A- und B‑Prominenz — bis nach Hollywood. Zuletzt marschierte CDU-Mann Ursu sogar gemeinsam mit Linksextremen bei einer Anti-AfD-Demo durch die Stadt. Und trotzdem nur gut 10 Prozent mehr bekommen?!
Wie man sieht, sind nicht nur die Altparteien am Ende, sondern auch deren Unterstützerfront zieht nicht mehr bei den Bürgern. Die Altparteienkoalition hatte nämlich nur ein gemeinsames Wahlziel: Wippel und damit die AfD muss verhindert werden. Denkbar schlechte Voraussetzungen, um die tatsächlichen Probleme in Görlitz auch nur annähernd bewältigen oder gar lösen zu können.
Es ist liegt auf der Hand, dass wohl so manche auch ein derartiges Regierungsbündnis nach der Landtagswahl eingehen würden, nur um nicht mit der AfD gemeinsam die Geschicke Sachsens in die Hand nehmen zu müssen. Aber letztlich ist die Angst der CDU vor den eigenen Wählern — und der Mangel an eigener Gestaltungskraft — doch längst so groß geworden, dass sie die AfD wenigstens teilweise schon jetzt mitregieren lässt: So mancher zunächst im Landtag brüsk abgelehnte Antrag der AfD tauchte nur wenige Monate unter anderer Urheberschaft wieder auf, um dann beschlossen zu werden.
Kurz gesagt: Was auch immer die Altparteien tun werden, wir treiben sie weiter vor uns her. Und zwar auf allen politischen Ebenen. Es geht uns nicht um Posten, Mandate und Regierungsbeteiligungen — es geht um unser Land. Es geht um Deutsch


