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Von Gittersee nach Freital mit der Windbergbahn — Projektvorstellung

Let­zten Fre­itag ein­er der beson­ders schö­nen Tage in der Arbeit der Stadt­bezirks­beiräte von Dres­den-Plauen. Der Vere­in Wind­berg­bahn e. V. hat­te zu ein­er Pro­jek­tvorstel­lung ein­ge­laden. Wir hat­ten bere­its vorgelegt und die drin­gend notwendi­ge Sanierung des kleinen his­torischen Bahn­hof­s­ge­bäudes in Dres­den-Git­tersee (Her­mann-Michel-Straße) großzügig finanziell unter­stützt.

Der Vere­in bemüht sich darum, die erst­mals im Jahre 1856(!) in Betrieb genommene Strecke bis nach Fre­ital-Birkigt wieder voll­ständig befahrbar zu machen. Dafür — und für die Sich­er­stel­lung des Betriebs — sind in den näch­sten Jahren mehreren Mil­lio­nen Euro erforder­lich. Die Vere­ins­mit­glieder und ihre Unter­stützer erbrin­gen mit großem Ein­satz viel Eigen­leis­tung. Darüber hin­aus sind die Städte Dres­den und Fre­ital in der Pflicht, auf deren Stadt­ge­bi­et die befahrbare Strecke liegt.

Mit­tler­weile hat der Vere­in einen Kau­fantrag für die Bah­n­trasse bei der Bahn AG gestellt. Langfristige Optio­nen sind eine Anbindung an das Haupt­netz der Bahn und eine Wieder­errich­tung der nicht mehr vorhan­de­nen Gleise bis nach Rossendorf.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen über Strecke, Fahrzeuge und Möglichkeit­en zur Mith­il­fe:

https://www.windbergbahn.de

Die Wind­berg­bahn besitzt langfristig großes Poten­tial für die touris­tis­che Erschießung eines bis­lang wenig bekan­nten Gebi­etes an der Stadt­gren­ze von Dres­den (Coschütz und Git­tersee) und Fre­ital. Es han­delt sich um ein Stück bedeu­tende Indus­triegeschichte in Sach­sen. Die kleine (Normalspur-)Bahn ist nicht nur auf­grund der starken Stei­gung und des engen Kur­ven­ra­dius tech­nis­che inter­es­sant und trägt deshalb den Beina­men “Säch­sis­che Sem­mer­ing­bahn”. Sie ste­ht auch für die Geschichte des Steinkohle­berg­baus in der Region. Ent­lang der Strecke befind­en sich zahlre­iche ehe­ma­lige Schachtan­la­gen, die durch die Bahn bedi­ent wur­den.

Von 1952 bis 1965 wurde durch die Bahn zusät­zlich die Uran­erz-Auf­bere­itungsan­lage in Dres­den-Coschütz bedi­ent. Ab 1968 wurde in Coschütz selb­st uran­haltige Steinkohle gefördert. Der Berg­bau wurde auf­grund der Erschöp­fung der Lager­stätte 1989 endgültig eingestellt.

Im Wen­de­jahr gab es Pläne in Coschütz ein Rein­siliz­iumw­erk zu erricht­en. Dage­gen erhob sich damals ein mas­siv­er Wider­stand in der Bevölkerung, der über die Bürg­er­rechts­be­we­gung schließlich in der Friedlichen Rev­o­lu­tion im Herb­st 1989 mün­dete. Ich kann mich noch daran erin­nern, wie in der Fam­i­lie damals über die befürchtete Gesund­heits- und Umwelt­ge­fahren durch die Siliz­iumher­stel­lung gesprochen wurde.