Ordnung&Sicherheit

[Gastbeitrag:] Anschläge von linksaußen auf vermeintlich rechts, meist allerdings gegen die AfD

Seit eini­gen Jah­ren häu­fen sich Anschlä­ge und Stör­ma­nö­ver gegen die AfD und alle, die eine kri­ti­sche, nicht main­stream-kon­for­me Mei­nung ver­tre­ten. Das kön­nen unbe­que­me Wis­sen­schaft­ler, aber auch Ein­rich­tun­gen sein, die es nur mal wagen, für die Gegen­sei­te Ver­ständ­nis auf­brin­gen, gegen­über die­ser dia­log­be­reit sind, ihr ent­spre­chend des bis­her gän­gi­gen Demo­kra­tie­ver­ständ­nis­ses Räu­me für deren Ver­an­stal­tun­gen zur Ver­fü­gung stel­len. Es betrifft Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und ande­re Per­so­nen der Öffent­lich­keit genau­so wie Restau­rant­be­sit­zer, die besten­falls indi­rekt eine gewis­se Posi­ti­on gegen­über der AfD bezie­hen. Es reicht, wenn jemand die AfD oder ande­re Grup­pie­run­gen wie Pegi­da nicht pau­schal aus­grenzt, nicht mit Hass und Het­ze belegt.

All die­se Men­schen sind aus Sicht der Links­ex­tre­mi­sten ver­meint­li­che Ras­si­sten oder gar Nazis, was die wah­ren Nazis aller­dings stark rela­ti­viert. Wäh­rend der Kampf gegen ech­te und ver­meint­li­che Rechts­ex­tre­mi­sten auf Hoch­tou­ren läuft, wird der Links­ex­tre­mis­mus als „Links­ak­ti­vis­mus“ ver­harm­lost und ver­hät­schelt. Gegen erste­ren wer­den stän­dig Bekämp­fungs­pro­gram­me auf­ge­legt und dafür die benö­tig­ten Finanz­mit­tel bereit­ge­stellt, eine ana­lo­ge Bekämp­fung des Links­ex­tre­mis­mus wie des eben­falls gefähr­li­chen Isla­mis­mus ‒ also dem poli­ti­schen Islam ‒ feh­len der­ar­ti­ge Pro­jek­te fast voll­stän­dig, wer­den meist als gar nicht not­wen­dig erach­tet. Lin­ke bis links­ex­tre­me Sub­kul­tur wird geför­dert, rechts­ex­tre­me oder was man dafür hält, bekämpft und ver­teu­fel. Man ver­glei­che ein­mal die media­le Wahr­neh­mung bei links- und rechts­ex­tre­men Jugend­kon­zer­ten, oder mehr oder weni­ger ille­ga­len Aktio­nen von ent­spre­chen­den Akti­vi­sten.

Doch ist der Links­ex­tre­mis­mus wirk­lich weni­ger gefähr­lich? Allein die Ziel­stel­lung ‒ zu fin­den im letz­ten Bun­des­ver­fas­sungs­schutz­be­richt von 2017 ‒ lässt auf­hor­chen:

Links­ex­tre­mi­sten ver­fol­gen das Ziel, unse­re Staats- und Gesell­schafts­ord­nung und damit die frei­heit­li­che Demo­kra­tie abzu­schaf­fen und durch ein kom­mu­ni­sti­sches oder ein „herr­schafts­frei­es“, anar­chi­sti­sches System zu erset­zen. […]

Im Wesent­li­chen geht es Links­ex­tre­mi­sten im Rah­men ihrer unter­schied­li­chen Agi­ta­tio­nen nicht dar­um, kon­kre­te gesell­schaft­li­che Pro­ble­me zu lösen. Viel­mehr ver­su­chen sie, gesell­schaft­li­che Kon­flik­te im Sin­ne ihrer revo­lu­tio­nä­ren Zie­le zu instru­men­ta­li­sie­ren:
Sie betei­li­gen sich an gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Debat­ten und Pro­test­ak­tio­nen, um ihre links­ex­tre­mi­sti­schen Posi­tio­nen zu popu­la­ri­sie­ren und neue Mit­glie­der oder Sym­pa­thi­san­ten zu gewin­nen. Ihr wirk­li­ches Ziel, die Abschaf­fung der par­la­men­ta­ri­schen Demo­kra­tie, ver­lie­ren sie dabei nicht aus den Augen.”

Inhalts­gleich fin­det sich die glei­che Ein­schät­zung auch im Säch­si­schen Ver­fas­sungs­schutz­be­richt 2017.

Auch die Zah­len für die bei­den Extre­mis­men spre­chen für sich:

  • 2017 gab es bun­des­weit ein Links­ex­tre­mis­mus­po­ten­zi­al von 29.500 Per­so­nen, davon 9.000 gewalt­be­rei­te, aber „nur“ ein Rechts­ex­tre­mis­mus­po­ten­zi­al von 25.250 Per­so­nen dar­un­ter 12.700 gewalt­be­rei­te. Bei­de Pro­blem­grup­pen hal­ten sich also ins­ge­samt die Waa­ge.
  • Ähn­lich sieht es bei den Straf­ta­ten mit extre­mi­stisch moti­vier­tem Hin­ter­grund aus:
  • 19.467 rechts­ex­tre­mi­stisch moti­vier­ten Straf­ta­ten, dar­un­ter 1.054 Gewalt­ta­ten (Ten­denz zum Vor­jahr bei­de deut­lich sin­kend) ste­hen
    6.393 links­ex­tre­mi­stisch moti­vier­te, dar­un­ter 1.648 Gewalt­ta­ten (Ten­denz zum Vor­jahr bei­de deut­lich stei­gend) ent­ge­gen.
  • Neben 774 frem­den­feind­li­che Gewalt­ta­ten (Ten­denz sin­kend) kom­men 98 Gewalt­ta­ten von Rechts­ex­tre­mi­sten gegen Links­ex­tre­mi­sten oder ver­meint­li­che Links­ex­tre­mi­sten, ein Jahr zuvor waren es noch 250!
  • Neben den 1.135 Gewalt­ta­ten von Links­ex­tre­mi­sten gegen die Poli­zei und Sicher­heits­be­hör­den (Ten­denz deut­lich gestie­gen) kom­men 264 Gewalt­ta­ten von Links­ex­tre­mi­sten gegen Rechts­ex­tre­mi­sten oder ver­meint­li­che Rechts­ex­tre­mi­sten, hier ist die Ten­denz wie im ana­lo­gen Fall eben­falls sin­kend.

Neben dem Hass- und Gewalt­po­ten­zi­al auf das geg­ne­ri­sche Extre­mis­mus­po­ten­zi­al – oder was man die­sem oft will­kür­lich zurech­net – kom­men bei „Rech­ten“ Angrif­fe auf Aus­län­der oder aus­län­disch Aus­se­hen­de, bei den „Lin­ken“ Angrif­fe auf den Staat, und oft­mals auch Ret­tungs­kräf­te – letz­te­res in schö­ner Ein­tracht mit so man­chem Poten­zi­al in den Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten.

In Sach­sen wei­chen die Antei­le der Extre­mis­mus­aus­rich­tun­gen deut­lich vom Bun­des­trend ab, was der spe­zi­el­len Vor­ge­schich­te im Osten geschul­det ist: 2600 Rechts­ex­tre­mi­sten ste­hen 775 Links­ex­tre­mi­sten und 390 (extre­mi­sti­sche) Isla­mi­sten, also extre­mi­sti­sche Anhän­ger des poli­ti­schen Islam gegen­über.

Es gab in jenem Jahr bun­des­weit 259 rechts­ex­tre­mi­sti­sche Musik­ver­an­stal­tun­gen. Links­ex­tre­mi­sti­sche, eben­falls Gewalt ver­herr­li­chen­der Kon­zer­te, wie die sol­cher men­schen- und staats­ver­ach­ten­der Bands wie “Fei­ne Sah­ne Fisch­fi­let”, wer­den hin­ge­gen gar nicht erwähnt. Das ist ja von höch­ster Stel­le geför­der­te und bewor­be­ne Kul­tur.

Für alle, die leicht ver­gess­lich sind, hier ein Aus­zug aus der lan­gen Liste links­mo­ti­vier­ter Gewalt:

  • Anschlag auf das Wohn­haus von Karin Wil­ke (MdL) am 13.04.2018 [Quel­le]
  • Anschlag auf das Büro von Jens Mai­er (MdB) in der Nacht vom 17. zum 18.08.2018 [Quel­le]
  • Anschlag auf das Wohn­haus von Jörg Urban(MdL) in der Nacht vom 22. zum 23.08.2018 [Quel­le]

Doch man oder frau muss gar nicht in der AfD aktiv sei. Es reicht, wenn man dia­log­be­reit ist, gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen wis­sen­schaft­lich auf­ar­bei­tet, oder der AfD Ver­an­stal­tungs­räu­me zur Ver­fü­gung stellt.

  • Anschlag auf das Auto von Pro­fes­sor Pat­z­elt in der Nacht vom 27. zum 28.03.2017 [Quel­le] [Quel­le]
  • Anschlag auf die Säch­si­sche Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung
    in der Nacht vom 25. zum 26.03.2015 [Quel­le]
  • Erneu­ter Anschlag auf die Säch­si­sche Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung
    in der Nacht vom 22. zum 23.11.2016 [Quel­le]
  • Farb­an­schlag auf das Ball­haus Watz­ke in der Nacht vom 18. zum 19.01.2017 [Quel­le]
  • Anschlag auf Lokal in Leip­zig in der Nacht vom 09. zum 10.11.2018 [Quel­le]
  • Erneu­ter Anschlag auf ein Gar­ten­lo­kal in Leip­zig in der Nacht vom 13. zum 12.01.2019 [Quel­le]
  • Brand­an­schlag auf das Restau­rant Mephi­sto in Dres­den am 20.02.2019 [Quel­le] [Quel­le]
  • Farb­an­schlag auf das Wohn­haus des Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten André Wendt in der Nacht vom 24.3. zum 25.3.2019 [Quel­le]
  • Boy­kott­dro­hun­gen gegen den Laden eines AfD-Land­tags­kan­di­da­ten am 23.3.2019 [Quel­le]
  • Angriff auf einen Info-Stand der AfD an der Schau­burg am 30.3.2019 [Quel­le]
  • Erneu­ter Anschlag auf den Laden eines AfD-Land­tags­kan­di­da­ten in der Nacht vom 01.04. zum 2.4. 2019 [Quel­le]

Aber auch in ande­ren Bun­des­län­dern sieht es aktu­ell nicht bes­ser aus:

  • Brand­an­schlag auf AfD-Poli­ti­ker in Ber­lin-Neu­kölln in der Nacht vom 23 zum 24.01.2019 [Quel­le]
  • Anschlag auf das Leben des Bre­mer AfD-Poli­ti­kers Frank Magnitz am 07.01.2019 [Quel­le]

Das Demo­kra­tie­ver­ständ­nis der links­ex­tre­men „Akti­vi­sten“ ist wohl nur wenig aus­ge­prägt, was bei den Erkennt­nis­sen des Ver­fas­sungs­schut­zes auch nicht ver­wun­dern darf!

Die AfD-Frak­ti­on im Säch­si­schen Land­tag for­dert fol­ge­rich­tig mit einem Antrag, die „Anti­fa­schi­sti­sche Akti­on“ (Anti­fa) zu ver­bie­ten und die staat­li­che För­de­rung von Links­ex­tre­mi­sten zu been­den.

Autor: Sieg­mar Baum­gär­tel, AfD-Kan­di­dat für den Stadt­be­zirks­bei­rat (Dresden-)Plauen, zuerst ver­öf­fent­licht bei AfD Dres­den