Soziales,  Stadtentwicklung

[Gastbeitrag:] Expertenanhörung zum Wohnkonzept

Ver­gan­ge­ne Woche fand im Aus­schuß Sozia­les und Woh­nen des Dresd­ner Stadt­ra­tes eine Exper­ten­an­hö­rung zur Vor­la­ge eines städ­ti­schen Wohn­kon­zepts statt. Auf­fal­lend gab sich die aus­ge­such­te Sach­ori­en­tiert­heit Sei­tens des bei­geru­fe­nen Exper­ten­gre­mi­ums. Die zum Teil durch­aus in emo­tio­na­ler Dar­brin­gung vor­ge­tra­ge­nen Kern­aus­sa­gen bemüh­ten sich stets um eine Ein­bet­tung in syste­ma­ti­sche Zusam­men­hän­ge und beleg­an­ge­bo­te­ne Zah­len.

Dies hin­der­te gleich­wohl einen schon im Vor­ab der Anhö­rung, in Bezug auf das Markt­ge­sche­hen und sei­ner Fak­ten­kraft skep­ti­schen Stadt­rat jener ehe­mals rot­rot­grü­nen Gestal­tungs­kraft nicht zu resü­mie­ren, das Vor­trags­ge­sche­hen erschie­ne ihm etwas ideo­lo­gisch. Ihm war wohl in die Kno­chen gefah­ren, dass ein aus­ge­wie­se­ner Exper­te, vor dem Hin­ter­grund der unge­si­cher­ten Zah­len- und Erkennt­nis­la­ge, in eini­gen poli­tisch beför­der­ten, ener­ge­ti­schen Sanie­rungs­maß­nah­men einen Kosten­trei­ber ohne mess­ba­re Ziel­erfas­sung sah. Die Mit­glie­der des Gre­mi­ums wirk­ten irri­tiert, wur­den aber durch die unver­mit­tel­te Belu­sti­gung aus dem bür­ger­li­chen Lager, ob des Ein­wands von Sei­ten des Stadt­ra­tes aus die­ser Gemüts­la­ge erlöst.

Die vor­ge­tra­ge­ne Fak­ten­la­ge gehört nun­mehr anhand der noch bereit­zu­stel­len­den Prä­sen­ta­tio­nen geprüft, jene ange­bo­te­nen syste­ma­ti­schen Ein­ord­nun­gen nach­voll­zo­gen. Anschlie­ßend bil­det es sowohl für unse­re ange­hen­den als auch erfah­re­nen Kom­mu­nal­po­li­ti­ker sicher ein schlag­fe­stes Werk­zeug im Umgang mit einer for­dern­den Mate­rie.

Schon anhand der schwer­punkt­set­zen­den Vor­trä­ge las­sen sich, trotz des noch unge­prüf­ten Mate­ri­als, die spe­zi­fi­sche Dra­ma­tik der gegen­wär­ti­gen Ent­wick­lung eben­so erken­nen, wie die über­ra­schend erfreu­li­che Lösungs­ge­willt­heit betei­lig­ter Kräf­te.

So stellt die Armuts­ge­fähr­d­et­heit eines aus­ge­mes­se­nen Teils unse­rer Bür­ger­schaft eben­so wenig eine zu ver­nach­läs­si­gen­de Grö­ße dar, wie der für eine risi­ko­la­sti­ge Bau­tä­tig­keit zah­len­mä­ßig erfaß­te Ren­di­te­kor­ri­dor. Außer­ge­wöhn­lich, wenn­gleich zuge­ge­ben etwas skep­tisch stim­mend gab sich die vor­ge­tra­ge­ne Bereit­schaft eines Inve­stors zu einem sub­stan­ti­el­len Bei­trag sei­ner Bran­che im Hin­blick auf eine Bele­gungs­quo­te von 10% bis 15% für preis­ge­bun­de­nen Wohn­raum, bezo­gen auf B‑Planvorhaben.

Den Mit­wir­ken­den bei der Erstel­lung unse­res Kom­mu­nal­wahl­pro­gramm­ent­wur­fes war es ehe­dem schon klar. In die­sem Feld müs­sen wir gehö­rig Gei­stes­kraft auf­wen­den, mit jedem Lösungs­ge­will­ten reden und unbe­dingt ener­gisch vor­an­kom­men. Der Zusam­men­halt der Stadt­ge­sell­schaft steht auf dem Spiel.

Erfreu­li­cher Wei­se konn­te mit dem in der zurück­lie­gen­den Mit­glie­der­ver­samm­lung auf den Vor­schlag im Wahl­kreis 10 gesetz­ten Kan­di­da­ten erneut eine Fach­kraft der Mate­rie gewon­nen wer­den. Wohl bereits in Beglei­tung unse­res fort­set­zen­den Auf­stel­lungs­par­tei­tags wird sich unter sei­ner Regi­de ein Kreis zusam­men­set­zen, um bei der Aus­for­mu­lie­rung wei­ter­füh­ren­der Ansät­ze nach Maß­ga­be des beschlos­se­nen Kom­mu­nal­wahl­pro­gramms, Abstim­mun­gen mit den Befun­den des Exper­ten­rat­schluß­es vor­zu­neh­men. Impul­se sind herz­lich will­kom­men, immer auch von Sei­ten poli­tisch ander­wei­tig Ver­an­ker­ter.

Autor: Mar­tin Plöt­ze, Spit­zen­kan­di­dat im Wahl­kreis 2